Intro
Ich arbeite zwischen Disziplinen, Störungen und Zuständen. Künstler. Art Director ohne Agentur. Musiker, Soundverursacher. Mitgründer der Galerie JesusChris. Freigeist aus Gewohnheit. Seit über dreißig Jahren löse ich kreative Probleme, indem ich sie verforme. Für Marken, für Systeme, für Menschen mit zu klaren Vorstellungen. Meine Mittel wechseln ständig: Bild, Code, Klang, Raum. Nichts davon bleibt, was es vorher war.
Fotografie ist für mich kein Abbild, sondern ein Unfall mit Absicht. Ich begann mit Zeichnung, landete über Umwege bei der Kamera und verlor schnell das Interesse an Momenten, die sich sauber erzählen lassen. Ich bevorzuge das Unpräzise, das Unwiederholbare, das kaputte Werkzeug. Schlechte Linsen, defektes Material, kontrollierter Kontrollverlust. Abstraktion ist kein Stil, sondern ein Bedürfnis.
Frei arbeite ich hybrid.
Auf der einen Seite: offene Software, algebraische Eingriffe, physikalische Verzerrungen – Realität als Datenmasse.
Auf der anderen: alte Objektive, kein Autofokus, keine Perfektion, keine Eile. Sehen statt Produzieren.
„Digital“ ist mir zu wenig. Meine Arbeit ist synthetisch. Bilder erscheinen auf Papier, Vinyl, Planen – dort, wo sie sich materialisch richtig anfühlen. Zu jedem Werk entsteht ein Sound. Nicht optional.
Es gibt keine Editionen. Jedes Werk existiert genau einmal. Danach wird die Datei gelöscht oder verschlossen. Verlust ist Teil des Konzepts. Überfluss interessiert mich nicht.
Was bleibt, darf bleiben. Alles andere darf gehen.
