
Chris Brackmann / HMNS
Solo Show @Spitzbart & Bracke Kunstgalerie / Essen

Eröffnung: 8.5.2026 / 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 8.5. – 12.6.2026
Spitzbart & Bracke Kunstgalerie
Kreuzeskirchstr. 15
45127 Essen
Öffnungszeiten:
Mittwoch-Freitag 13-18 Uhr
Samstag 11-16 Uhr
und nach Vereinbarung
+49 178 217 9929
https://www.spitzbartbracke.com/
Zur Ausstellung
»Menschen splittern, fliessen, verschieben sich,
hinterlassen flüchtige Spuren in Material, Klang und Daten.
Unvollkommen, zerbrechlich, immer einmalig.
Was bleiben soll, bleibt. Alles andere löst sich auf.«
Es geht um uns, um unsere Befindlichkeiten, Bedürfnisse, Sehnsüchte, Skurilitäten, Marotten …
Und anstelle des obligat-weiterführenden Textes lieber ein Gedicht zur Ausstellung:
Heute trägt die Angst einen glitzernden Mantel
und bestellt besten Espresso für alle.
Die Scham sitzt daneben,
zieht den Kragen hoch
und tut so, als wäre sie gar nicht da.
Heute trägt die Angst einen glitzernden Mantel
und bestellt besten Espresso für alle.
Die Scham sitzt daneben,
zieht den Kragen hoch
und tut so, als wäre sie gar nicht da.
Die Liebe liegt quer über drei Stühlen,
barfuß, laut,
und behauptet, sie sei „ganz unkompliziert“.
Die Eifersucht zählt heimlich Likes
in einer Ecke ohne Licht.
Die Hoffnung klebt Leuchtsterne
an die Decke eines völlig übermüdeten Hirns,
während die Erschöpfung
mit offenen Augen schläft.
Die Freude stolpert über einen Kabelsalat,
lacht Tränen,
die auf dem Boden Pfützen aus Kindheit machen.
Die Wut probt währenddessen
stumm den Weltuntergang
im Badezimmerspiegel.
Die Einsamkeit sitzt mitten im Raum
in einer Menschenmenge
und winkt keinem.
Die Verbundenheit
schreibt seltsame Nachrichten wie
„Bist du noch wach?“
und hofft, dass jemand „Ja“ tippt,
bevor der Mut sich ausloggt.
Die Traurigkeit trägt heute
einen viel zu großen Pullover,
aus dem manchmal ein Witz fällt.
Der Zynismus hebt ihn auf,
dreht ihn in den Fingern
und legt ihn der Verletzlichkeit
auf die Zunge.
Am Rand steht die Gelassenheit,
bar jeder Pose,
und gießt einer trockenen Sehnsucht Wasser nach.
Niemand merkt es,
aber die Luft wird weicher.
In der Mitte von all dem
ein Herz,
ohne Bedienungsanleitung,
mit Flecken, Kratzern, Narben
und dieser absurden Angewohnheit,
jeden Morgen
trotzdem wieder anzufangen.
Chris Brackmann / Essen
